Gegensätze ziehen sich an?

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Bei der Partnerwahl sagt man oft, das sich Gegensätze anziehen, weil das Andersartige des Partners eine gewisse Faszination auslöst. Es steht im Gegensatz zum eigenen Denken und Verhalten und ist deshalb erstmal neu und spannend. Gerade in der ersten Zeit der Verliebtheit geht von diesen Gegensätzen eine große Faszination aus.

Nach einigen Jahren Zusammensein, einer Krankheit eines der beiden Partner oder einfach durch persönliche Weiterentwicklung, können diese anfänglich anziehenden Gegensätze zum Problem werden und als nervig und störend empfunden werden.

Zum Anfang unserer Beziehung faszinierte mich die Nähe, die mein Mann mir gab und seine Spontanität. Im Laufe meiner Erschöpfungsdepression und meinem daraus resultierenden immer größer werdenden Ruhebedürfnis, wurde diese Eigenschaft für mich zu einer großen Herausforderung!

Genoss ich es in der Verliebtheitsphase, das mein Mann am liebsten jede Minute mit mir verbringen wollte, wurde dies im Laufe der Zeit zu einem Problem zwischen uns, weil ich immer mehr spürte, dass ich hin und wieder einfach Zeit für mich alleine brauchte!

Ersteinmal möchte ich sagen, dass diese Entwicklung innerhalb einer langjährigen Partnerschaft ganz normal ist und immer mal wieder vorkommen kann.

Trotzdem macht es natürlich etwas mit einem und es schießen plötzlich Gedanken durch den Kopf wie: Habe ich diese Dinge früher nicht bemerkt? War ich einfach zu verliebt, um realistisch zu sein? Oder schlimmer: Passen wir doch nicht zueinander oder haben uns auseinandergelebt? Auch andersherum weckt es folgendes Gefühl: Warum sieht mich mein Partner auf einmal so anders, so negativ? Waren es nicht genau diese Gegensätze, die ihn an mir fasziniert haben? Was habe ich getan oder wie habe ich mich verändert?

Treten solche Empfindungen auf, ist es gut, sich bewusst zu machen, dass es ersteinmal normal ist, dass diese Dinge in einer Beziehung vorkommen und es nicht bedeutet, dass sie gefährdet oder sogar am Ende ist!

Und wie bei anderen Themen, spielt auch hier die Kommunikation eine große Rolle. Das beide Partner sich in einem ruhigen, geeigneten Moment, ehrlich ihre Gedanken und Gefühle schildern. Möglichst ohne Vorwurf und Horrorszenarien. Dann gleicht man gegenseitig die Gedanken miteinander ab, schaut, ob der andere die eigenen nachvollziehen und verstehen kann und äussert dann seine Wünsche und Bedürfnisse und versucht auf eine gemeinsame Ebene zu kommen.

Wenn man zunächst nicht auf einen Nenner kommt, kann man das Ganze auch erstmal sacken lassen und sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zusammensetzen.

Wenn ihr gläubig seid, könnt ihr auch noch zusammen und/oder jeder für sich, für die Thematik beten.

Für mich war und ist es so tröstlich und hilfreich, Jesus mit in unserem Ehe- Boot sitzen zu haben und zu wissen, dass ich die Herausforderungen nicht aus eigener Kraft und alleine meistern muss, sondern das Jesus in allem mit dabei ist, Dinge mit seiner Kraft verändert und uns Ideen schenkt, auf die wir nie alleine gekommen wären! Und er schafft es auch, vergrabene oder abgeflachte Gefühle neu lebendig zu machen und hilft dabei, meinen Partner wieder mit Augen der Liebe anzusehen!

Einer kann leicht überwältigt werden,

doch zwei sind dem Angriff gewachsen.

Man sagt ja auch:

Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell!

Prediger 4,12

 

Als ich diesen Blogeintrag schrieb, war mein Mann gerade für eine Woche auf einer Pastorentagung. Ich konnte also tun und lassen, was ich wollte. Und da stellte ich wieder einmal fest, dass die ein oder andere, scheinbar gegensätzliche Seite, auch ihr Gutes hat. Es ist doch gut, wenn er da ist... ❤️.

In diesem Sinne wünsche ich dir und mir, dass wir nicht in Panik geraten, wenn uns die Gegensätze des anderen anfangen zu stören und wir vielleicht sogar negative Empfindungen bekommen. Ich wünsche uns, dass wir gelassen bleiben, an unserer Beziehung festhalten, gemeinsam gute, neue Wege finden und im besten Fall Jesus mit in die ganze Thematik einbeziehen und ihn uns helfen lassen!

Deine Danny

 

P.S.: Viele Missverständnisse bezüglich gegensätzlichem Verhalten, entstehen auch durch die unterschiedlichen Liebessprachen, die wir sprechen. Das veranschaulicht Gary Chapman richtig gut in seinem Klassiker Die 5 Sprachen der Liebe! Dieses Buch war das erste Buch, was uns so richtig weitergebracht und geholfen hat und zum Verständnis gegenüber der Andersartigkeit des anderen beigetragen hat. Deshalb kann ich es jedem nur empfehlen.

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